Veranstaltung

Das Schicksal von Maria Z. - Gedenkveranstaltung

Klingenmünster

Klingenmünster

Das Schwarz-Weiß-Foto zeigt Maria Z. - eine junge Frau im schwarzen Kleid.
Maria Z. wurde im Jahr 1934 Opfer einer Zwangssterilisierung.

Gedenkveranstaltung am Donnerstag, 10. September

Klingenmünster. Mit einer Lungenentzündung fing alles an. Maria Z., verheiratet und Mutter von zwei kleinen Kindern, musste im Jahr 1934 einige Wochen in einem Karlsruher Krankenhaus verbringen. Im Anschluss erkrankte die damals 24-Jährige psychisch und wurde im Mai 1934 mit der Diagnose Schizophrenie in die Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster eingewiesen. Nach einigen Monaten ging es ihr besser und ihr Mann Ludwig bat verzweifelt in Briefen um ihre Entlassung – vergebens. Nach dem damals geltenden „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ konnte Maria Z. erst nach einer Zwangssterilisation entlassen werden, die im Dezember 1934 tatsächlich durchgeführt wurde.

Das Schicksal von Mädchen und Frauen in der NS-Zeit ist das zentrale Thema des Gedenkens am Pfalzklinikum in diesem Jahr. Anlässlich der Evakuierung der damaligen „Heil- und Pflegeanstalt Klingenmünster“ vom 10. September 1939 findet am Donnerstag, 10. September, die seit 2019 jährliche Gedenkveranstaltung an der Stolperschwelle des Hauptgebäudes in Klingenmünster statt (Weinstraße 100). Zu der Veranstaltung um 12:30 Uhr sind alle Interessierten herzlich eingeladen. In einer szenischen Lesung wird an das Schicksal von Maria Z. erinnert und an die 1251 Patient*innen, die am 10. September 1939 mit Viehwaggons von Klingenmünster aus in Übergangslager abtransportiert wurden. 223 von ihnen wurden von dort, unter Mitwirkung der ärztlichen Direktion aus Klingenmünster, in Tötungsanstalten verlegt und ermordet. Für sie wird es während der Gedenkveranstaltung eine Schweigezeit von 2:23 Minuten geben.