Aktuelles

Pfalzklinikum eröffnet Jugendforensische Ambulanz

Klingenmünster

Neues Angebot zur Prävention von Straftaten startet am 1. Februar

Gemeinsame Pressemitteilung des Pfalzklinikums und des Ministeriums für Wissenschaft und Gesundheit Rheinland-Pfalz

Klingenmünster. Mit Prävention Gewalt und Straftaten von jungen Menschen vermeiden – mit diesem Ziel eröffnet die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Pfalzklinikums zum 1. Februar eine Jugendforensische Ambulanz am Standort Klingenmünster.

Das Angebot richtet sich an Kinder, Jugendliche und Heranwachsende, bei denen eine psychische Erkrankung bereits diagnostiziert wurde oder ein solcher Verdacht besteht und deren Verhalten eine Straftat wahrscheinlich macht. Mit dem Schwerpunkt auf Prävention, Früherkennung und therapeutischer Intervention will die Ambulanz dazu beitragen, Straftaten, Unterbringungen und Leid für potenziell Betroffene zu vermeiden. Vor Aufnahme in die Jugendforensische Ambulanz erfolgt zunächst ein ambulantes Klärungsgespräch in der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Nach einer Ersteinschätzung wird über eine mögliche Aufnahme in die Jugendforensische Ambulanz entschieden.

Gleichzeitig begleitet das Präventionsangebot Jugendliche und Heranwachsende, die aufgrund einer psychischen Erkrankung bereits straffällig geworden sind, mit dem Ziel, Rückfälle zu vermeiden – auch und gerade zum Schutz potenzieller Opfer - und Patient*innen wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Dabei arbeitet sie eng mit Behörden und Jugendhilfeeinrichtungen zusammen.

Die Jugendforensische Ambulanz schließt mit ihrem Angebot eine Lücke zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie, Jugendhilfe und Justiz: „Wir wollen einen Beitrag zur Gewaltprävention leisten. Dies trägt zum Schutz möglicher Opfer bei und unterstützt Jugendliche, nicht auf die schiefe Bahn zu geraten. Bislang gibt es für junge Menschen, die erheblich psychisch auffällig oder gewalttätig geworden sind und deren Verhalten eine Straftat wahrscheinlich macht, in Deutschland keine passende psychiatrische Versorgung. Rheinland-Pfalz übernimmt hier eine Vorreiterrolle“, sagt Dr. Wolfgang Weissbeck, Leitender Arzt und Unterbringungsleiter im Jugendmaßregelvollzug. Er leitet die Ambulanz. „Daher freue ich mich, dass wir nach intensiver Vorarbeit dieses Angebot jetzt starten können.“

Das Pfalzklinikum startet die Jugendforensische Ambulanz im Rahmen eines Modellprojekts, das im Auftrag des Landes Rheinland-Pfalz durchgeführt und wissenschaftlich begleitet wird.

„Mit der Jugendforensischen Ambulanz in Klingenmünster erproben wir in Rheinland-Pfalz ein bundesweit bisher einmaliges Präventionsangebot für Kinder und Jugendliche, die psychisch erkrankt sind und – im Falle ungünstiger Rahmenbedingungen - ein erhöhtes Risiko für rechtswidriges Verhalten aufweisen können. Diese jungen Menschen benötigen eine möglichst frühzeitige, koordinierte Unterstützung durch Fachleute der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Jugendforensik. Zum Start der Ambulanz am 1. Februar 2026 wünsche ich allen Beteiligten viel Erfolg. Unser gemeinsames Ziel ist es, die Weichen im Leben der betroffenen Kinder und Jugendlichen möglichst frühzeitig in Richtung eines gelingenden, straffreien Lebens zu stellen“, so Gesundheitsminister Clemens Hoch.

Kontakt 
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie 
Jugendforensische Ambulanz
Tel. 06349 900-3800
E-Mail: kjppfalzklinikum.de

Kontakt für Medienrückfragen
Romina Männl
Redakteurin Kommunikation & Marketing
Tel. 06349 900-1643
E-Mail: romina.maennlpfalzklinikum.de