Sicherheitsbilanz der Forensik im Jahr 2007 vorgestellt
Am 29. April 2008 stellte Helmut Wagner vom Medizin-Controlling des Pfalzklinikums in der 16. Sitzung der Projektgruppe "Dialog & Sicherheit" die Entwicklung bei besonderen Vorkommnissen mit forensischen Patienten im Jahr 2007 vor.
Als „besonderes Vorkommnis" werden alle gemeldeten „Abweichungen vom Alltag" verstanden, vom verschwundenen Schraubendreher über einen Mülleimer-Schwelbrand bis hin zur Entweichung. Berücksichtigt man die anhaltend hohe Zahl der PatientInnen von durchschnittlich 185, so hat sich auch im Jahr 2007 das insgesamt hohe Sicherheitsniveau bestätigt. Die Zahl der tätlichen Angriffe auf MitarbeiterInnen betrug neun gegenüber drei im Vorjahr. Diese Vorfälle wurden fast alle durch denselben Patienten verursacht, wie Maßregelvollzugsleiter Dr. Michael Noetzel mitteilte. Inzwischen seien Fortschritte in der Behandlung erzielt worden, so dass der Patient sich weniger aggressiv verhalte. Die Zahl der Angriffe auf Mitpatienten ist von zwei im Jahr 2006 auf einen im Jahr 2007 gesunken. Entweichungen gab es drei gegenüber fünf im Vorjahr. Zu den Entweichungen gehört jedes unerlaubte Fernbleiben, so zum Beispiel, wenn ein Patient nach einem als Vollzugslockerung gewährten Ausgang mehr als 15 Minuten zu spät zurückkehrt. Vollzugslockerungen sind laut Maßregelvollzugsgesetz: Ausgänge mit oder ohne Aufsicht, Ausgänge im Klinikgelände und außerhalb des Klinkgeländes, Arbeit außerhalb der Klinik sowie zeitlich befristete Beurlaubungen. Alle drei Patienten waren nach kurzer Zeit wieder in der Klinik, zwei meldeten sich selbst, einer wurde durch die Polizei ins Pfalzklinikum zurückgebracht. Während ihrer Abwesenheit haben sie keine rechtswidrigen Taten begangen.
Eine Flucht von den Stationen gab es wie in den Vorjahren nicht. Die geringe Anzahl von Entweichungen wurde trotz einer unverändert hohen Rate von ausgesprochenen Vollzugslockerungen (über 20.000 pro Jahr) erreicht. Der Missbrauch gewährter Lockerungen liegt damit insgesamt im Promille-Bereich. Dieses sehr gute Ergebnis belegt erneut die Angemessenheit und Wirksamkeit der durchgeführten Therapien und die Wirksamkeit der Sicherheitsvorkehrungen in der Klinik für Forensische Psychiatrie des Pfalzklinikums, wie die Mitglieder der Projektgruppe einschätzten. Insbesondere die in der Gruppe vertretenen Bürgerinnen aus Klingenmünster zeigten sich beeindruckt von der positiven Bilanz und fühlten sich im Umgang mit möglichen Sorgen Ernst genommen. Herausgegeben am 2. Mai 2008 |
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