Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie AdöR Klingenmünster

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Pfalzklinikum: Bundespolizisten zu Besuch

„Hilfe! Mein Gegenüber spielt verrückt" war ein berufsethisches Seminar überschrieben, das Pfarrerin Elke Wedler-Krüger im Rahmen ihrer seelsorgerischen Arbeit für Bundespolizisten Anfang März in Bad Bergzabern anbot. Das Seminar stieß auf großes Interesse, so dass sie den Diplom-Psychologen und Klinikseelsorger Joachim Geiling aus dem Pfalzklinikum als Gesprächspartner einlud. Auf seine Initiative besuchten zwei Tage später 20 Beamte das Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie in Klingenmünster, um „einen lebendigen Eindruck von Ihrer Arbeitswelt zu bekommen und von der Welt, in der Ihre Patienten leben", wie die Pfarrerin das Anliegen der Begegnung mit Führungskräften des Klinikums umriss.

Nach der Begrüßung und einer visuellen Präsentation durch den Geschäftsführer Paul Bomke kam man schnell miteinander ins Gespräch, denn es gibt durchaus Berührungspunkte zwischen beiden Einrichtungen. So gehört zur Bundespolizeiabteilung Bad Bergzabern auch ein Sanitätsdienst. An dem Gespräch nahmen auch Personalratsvorsitzender Martin Schlimmer-Bär und weitere Führungskräfte teil. Nach der lebhaften Diskussion besuchten die Gäste die Sozialtherapeutische Station des Pfalzinstituts, wo jugendliche Maßregelvollzugspatienten gemeinsam mit Patienten untergebracht sind, die freiwillig ins Klinikum kommen. Diplom-Psychologe Martin Koller führte die Beamten durch das kürzlich eröffnete moderne Gebäude.

Die Begegnung endete an der Gedenkstätte für die Opfer der NS-Psychiatrie, die im April 2008 auf dem Klinikfriedhof eröffnet worden war. Am Mahnmal des pfälzischen Bildhauers Volker Krebs „Zwischen den Schneiden" berichtete der Kulturwissenschaftler und Buchautor Dr. Christof Beyer über die Verbrechen an psychisch kranken und behinderten Menschen während der Zeit des Nationalsozialismus. Beyer konzipiert und koordiniert am Pfalzklinikum die Gedenkarbeit, die – nach spätem Beginn in den 1990er Jahren – inzwischen einen festen Platz in der Bildungs- und Kulturarbeit des Pfalzklinikums gefunden hat.

Die Besucher von der Bundespolizei und Pfarrerin Wedler-Krüger bedankten sich herzlich für die gelungene Form des Gedankenaustauschs. Die Vertreter des Pfalzklinikums freuten sich über das große Interesse und zeigten sich interessiert an der Fortführung solcher Begegnungen, zum Beispiel im Rahmen der Erwachsenenbildung.

Herausgegeben am 2. März 2010


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