Das Gute in mir! 36. Tag der Begegnung im Pfalzklinikum zur Suchthilfe am 4. Mai in Klingenmünster
"Das Gute in uns scheint verschüttet, vergraben, verloren unter all dem Gestrüpp des Lebens." Mit diesen Worten stimmte Klinikseelsorger Wolfgang Roth auf den 36. Tag der Begegnung am 4. Mai im Pfalzklinikum Klingenmünster ein. Etwa 100 ehemaligen Patienten und ihre Angehörigen, Vertreter der Suchthilfe und Interessierte waren gekommen, um sich etwas Gutes zu tun: "Das Gute in mir" - so das Motto der Veranstaltung - zu entdecken. Das begann schon am Vormittag mit Workshops aus den Bereichen Sport-, Entspannungs- Aroma- und Ergotherapie - Angebote, wie sie im Pfalzklinikum unter anderem beim Entzug von legalen und illegalen Drogen genutzt werden. Im Snoezelen-Raum konnten die Besucher Anregung oder Entspannung durch Klang-, Licht- oder Duftreize erfahren. Beim anschließenden ökumenischen Gottesdienst in der Klinikkirche gaben Prof. Heinz Markus Göttsche an der Orgel und der "Singkreis am Berwartstein" unter der Leitung von Irene Schehl ihr Bestes. Nach dem Mittagessen war Zeit zur zwanglosen Begegnung oder zu einem Besuch des Ergolädchens, wo ansprechende Produkte aus der Ergotherapie angeboten werden. Als Höhepunkt des Nachmittagsprogramms erwies sich der Vortrag des Psychologen Prof. Dr. Franz Knapp aus Neustadt/Weinstraße über "Das Gute in mir - Auf der Suche nach meinen Quellen und einer neuen Einstellung zu mir". Unterhaltsam, aber mit klaren Botschaften riet er den Anwesenden: "Freuen Sie sich über Ihre Stärken, starren Sie nicht auf Ihre Schwächen. Wenn Sie einmal ein Problem haben, blicken Sie nicht auf das Problem, sondern auf mögliche Lösungen." Eine Lösung für suchtkranke Menschen kann zum Beispiel eine ambulante Reha-Behandlung sein. Paul Bomke, stellvertretender Geschäftsführer des Pfalzklinikums informierte darüber, dass am 8. Mai in Neustadt/Weinstraße eine neue Gruppe für alkoholkranke Menschen mit der Arbeit beginnt. Vom Erfolg des inhaltlich ähnlichen Landauer Angebots inspiriert - die ambulante Reha wurde mit dem zweiten Innovationspreis des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet - wird der Trägerverbund aus Pfalzklinikum, Fachklinik Eußerthal und Diakonischem Werk nun eine zweite Gruppe starten. Der Leitende Oberarzt der Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen im Pfalzklinikum, Dr. Rüdiger Münzer, der beide Gruppen medizinisch betreut, freute sich in seiner kurzen Ansprache, ehemalige Patienten jetzt froh, heiter und "trocken" zu erleben: "Das bestärkt uns in unserer therapeutischen Arbeit - es ist sehr schön, Ihnen zu begegnen, wenn es Ihnen gut geht." Viel Erfolg auf ihrem weiteren alkohol- und drogenfreien Lebensweg wünschte auch Verwaltungsratsmitglied Heinrich Wissing den ehemaligen Patienten. Bei zündender Flamenco-Musik von Michael Barthel und köstlichem Kuchen tauschten sich die Teilnehmer über ihre Eindrücke an diesem sonnigen Sonntag aus, manche lebhaft, manche nachdenklich. Viel Beifall erhielten die Mitglieder des „Arbeitskreises Maitreff", in dem Vertreter der Selbsthilfegruppen, des Pfalzklinikums und der Klinikseelsorge seit 36 Jahren ehrenamtlich tätig sind. Wie hatte doch Professor Knapp zitiert? "Es gibt nichts Gutes, es sei denn, man tut es." Herausgegeben am 6. Mai 2008 |
<- Zurück zu: Presse-Archiv
