Pfalzklinikum für Psychiatrie und Neurologie AdöR Klingenmünster

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Gedenkstätte

Auf Anregung des Arbeitskreises Ethik wurde der Klinikfriedhof seit dem Jahr 2004 neu gestaltet. Im Auftrag der Geschäftsführung hat das Klingenmünsterer Ingenieurbüro für Grünplanung "Stadt und Natur" daran mitgewirkt.

In den Jahren 2007 und 2008 erhielt das Pfalzklinikum Fördermittel des Landes, erbringt aber auch Eigenleistungen, insbesondere bei der Pflege der, u. a. im Rahmen der Therapie. Anfang 2008 wurde zunächst der zentrale Bereich der Gedenkstätte fertig gestellt. Im Mittelpunkt steht eine Skulptur.

Im nächsten Schritt sollen nun Stelen mit Informationen und weitere Gestaltungselemente in die Grünflächen integriert werden. Inhaltliche und gestalterische Fragen sollen mit interessierten Menschen diskutiert werden, die herzlich zur Mitarbeit eingeladen sind.

Es ist geplant, die Gedenkstätte perspektivisch durch den Aufbau eines Informations- und Dokumentationsbereiches zu erweitern. Dort soll die Entwicklung von Psychiatrie und Neurologie allgemeinverständlich dargestellt werden.

Im Mittelpunkt sollen dabei die Menschen stehen, die durch die Psychiatrie des "Dritten Reichs" entrechtet, verfolgt, gequält und ermordet wurden. Ihnen einen Teil ihrer Würde zurück zu geben, ist ein wichitges Anliegen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pfalzklinikums, die sich für die Gedenkstätte engangieren.

Darüber hinaus soll sich die Gedenkstätte auch zu einem Ort des Hinterfragens unseres heutigen Umgangs mit psychischen Erkrankungen und psychisch Kranken entwickeln. Das Gedenken an die Vergangenheit soll so den Bezug zur Gegenwart wahren.

Wir wollen nachhaltig arbeiten und vor allem auch Jugendliche ansprechen, damit niemals wieder psychisch kranke und behinderte Menschen als "minderwertig" und "lebensunwert" abgestempelt werden.

Bezirkstagsvorsitzender Theo Wieder, auch Vorsitzender des Verwaltungsrates des Pfalzklinikums, sagte anlässlich der Gedenkveranstaltung in Klingenmünster am 28. Januar 2008:
"Natürlich gibt es keine Kollektivschuld. Wohl aber tragen wir Verantwortung vor der Geschichte. Und zu dieser Verantwortung müssen wir uns bekennen, jede Generation aufs Neue."

 

 

Flyer Gedenkstätte im PDF-Format zum Downloaden

Gedanken des Künstlers Volker Krebs zu seiner Skulptur "Zwischen den Schneiden"

"Eine überlebensgroße Figur aus pfälzischem Sandstein steht zwischen zwei fünf Meter hohen Stahlformen. Scherenglich klemmt das Metall die Figur ein. Diese widersetzt sich dieser Bewegung, indem sie eine balkenähnliche Form, die aus ihrer Schulterpartie erwächst zwischen die Schneiden trägt. Dadurch wird die Bedrohung angehalten und der Körper bleibt unversehrt. Auf den ersten Blick könnte man an ein Kruzifix erinnert werden, das ist aber nur ein abgeleiteter Teilaspekt der inhaltlichen Deutung. Ich verwende bewusst ein bekanntes Element, um meine Aussage darüber hinauszuführen. Mir geht es nicht darum den leidenden und geschundenen Menschen darzustellen, sondern Wege aufzuzeigen, einer Bedrängnis etwas entgegenzusetzen und sie zu überwinden. In unserem konkreten Fall verstehe ich meine Kunst nicht als Darstellung des Elends und der Frevel der NS-Diktatur. Der Betrachter sollte andere Aspekte und Assoziationen mitnehmen, deshalb der "unleidende" Gesichtsausdruck der Figur."

Gefördert durch die Kulturstiftung Rheinland-Pfalz